Branche · Architektur

KI für Architekturbüros: weniger Verwaltung, mehr Entwurf

In einem Architekturbüro entsteht der Wert im Entwurf. Die Zeit fließt aber oft in Protokolle, Planlisten, Abstimmungsmails mit Fachplanern und die Prüfung von Angeboten und Nachträgen. Sailrs ist eine KI- und Softwareagentur aus Stuttgart. Wir bauen für Architekturbüros Assistenten und Automatisierungen, die an deinen bestehenden Werkzeugen ansetzen: an CAD und BIM, an der AVA, am Projektlaufwerk und am Postfach.

Ziel ist kein weiteres Tool, sondern weniger Verwaltung zwischen den Leistungsphasen, damit mehr Zeit für Entwurf, Detail und Bauherrengespräch bleibt. Auf dieser Seite findest du die typischen Engpässe entlang der HOAI, fünf konkrete Anwendungsfälle, die technischen Schnittstellen, unser Vorgehen und Antworten auf die Fragen, die Büroinhaber uns am häufigsten stellen.

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Branchen-KI-Check

Welche Aufgaben in deinem Betrieb sollte KI zuerst übernehmen? Finde es in fünf Klicks heraus.

Schritt 1 von 3

Wie viele Menschen arbeiten in deinem Unternehmen?

Lagebild im Büro

Wo die Stunden zwischen den Leistungsphasen verschwinden

§ 34 HOAI gliedert das Leistungsbild Gebäude und Innenräume in neun Leistungsphasen, von der Grundlagenermittlung (LP 1) bis zur Objektbetreuung (LP 9). Die Objektüberwachung (LP 8) ist mit 32 Prozent des Honorars bewertet, die Ausführungsplanung (LP 5) mit 25 Prozent. Genau dort ballt sich Koordinations- und Dokumentationsarbeit, die im Büroalltag selten als eigene Leistung sichtbar wird:

  • LP 2 und 3: Varianten, Flächenaufstellungen und Kostenermittlungen werden nach jeder Entwurfsänderung händisch nachgezogen.
  • LP 5: Planlisten, Indexstände, Änderungsvermerke und der Austausch mit Tragwerks- und TGA-Planung über IFC-Modelle und PDF-Plansätze.
  • LP 6 und 7: Leistungsverzeichnisse schreiben, Mengen übernehmen, Angebote einlesen und Preisspiegel prüfen.
  • LP 8: Baustellenprotokolle, Mängellisten, Fotodokumentation, Bautagebuch und Rechnungsprüfung.

Dazu kommt Wissen, das in einzelnen Köpfen steckt: Welche Detaillösung hat im letzten Wohnungsbau funktioniert? Wo liegt das freigegebene Brandschutzkonzept? Welche Formulierung hat sich im LV bewährt? KI hilft dort, wo Text, Pläne und Tabellen verknüpft werden müssen. Beim Entwerfen selbst bleibt das Büro der Autor.

Aus der Praxis gedacht

Fünf Anwendungsfälle für KI im Architekturbüro

Jeder Fall folgt demselben Muster: eine klare Datenquelle, ein klarer Nutzerkreis und ein Mensch, der freigibt. So bleibt die Verantwortung als Planverfasser beim Büro, während Routinearbeit kleiner wird.

Protokoll-Assistent für Jour fixe und Baustelle

Ausgangslage: Nach jeder Planungsbesprechung tippt jemand aus Notizen ein Protokoll, verteilt Aufgaben und sucht Wochen später, wer was zugesagt hat. Das System erstellt aus Mitschrift oder Sprachnotiz einen Entwurf mit Teilnehmern, Entscheidungen, offenen Punkten und Fristen und ordnet Aufgaben den Fachplanern zu. Was sich ändert: Der Entwurf liegt noch am selben Tag vor, die Projektleitung prüft und versendet, offene Punkte bleiben über alle Termine hinweg verfolgbar.

Planlauf und Planindex automatisch pflegen

Ausgangslage: Planlisten werden in Excel geführt, Indexstände und Verteiler laufen auseinander. Ein Workflow liest Planköpfe und Dateinamen aus dem Projektordner oder der Projektplattform, gleicht Index und Änderungsgrund ab und erzeugt Planlieferscheine für den Verteiler. Was sich ändert: weniger Rückfragen, welcher Stand gilt, und eine nachvollziehbare Planhistorie, falls es später um Verantwortung für einen Fehler geht.

Leistungsverzeichnisse aus Modell und Bürowissen

Ausgangslage: LV-Texte werden aus alten Projekten kopiert, Mengen manuell übertragen. Ein Assistent schlägt Positionstexte aus deinem eigenen, freigegebenen Textbestand vor, übernimmt Mengen aus dem IFC-Modell oder der Mengenermittlung und übergibt das Ergebnis als GAEB-Datei an deine AVA. Was sich ändert: Das LV entsteht schneller und stützt sich auf eure bewährten Formulierungen; die fachliche Prüfung bleibt beim Planer.

Angebotsprüfung und Preisspiegel in LP 7

Ausgangslage: Bei der Mitwirkung an der Vergabe kommen Angebote als GAEB-Datei, PDF oder Scan. Das System liest Positionen ein und markiert fehlende Preise, Nebenangebote, geänderte Texte und auffällige Einheitspreise im Vergleich der Bieter. Was sich ändert: Du siehst Ausreißer, bevor du den Vergabevorschlag schreibst, statt sie in hundert Seiten Angebot zu suchen.

Wissensassistent für Details, Normenkommentare und Projektarchiv

Ausgangslage: Detailkataloge, Baubeschreibungen, Gutachten und das Projektarchiv liegen verteilt auf Laufwerken. Ein RAG-System durchsucht nur freigegebene Quellen und antwortet mit Fundstelle. Was sich ändert: Neue Kolleginnen und Kollegen finden Bürostandards ohne Suchrunde, und jede Antwort bleibt prüfbar, weil sie auf ein konkretes Dokument verweist.

Unter Deck: die Technik

BIM, IFC und GAEB: Schnittstellen statt Insellösungen

Viele Büros planen mit Revit, Archicad, Allplan oder Vectorworks, die AVA läuft in einem eigenen Programm, Pläne und Mails liegen auf einem Projektserver oder einer Projektplattform. Wir ersetzen diese Werkzeuge nicht, sondern verbinden sie über offene Formate und dokumentierte Schnittstellen:

  • IFC als herstellerneutrales Modellformat für Bauteile, Räume und Mengen.
  • GAEB DA XML für Leistungsverzeichnisse, Angebote und Aufträge. Seit Version 3.3 lassen sich LV- und Mengendaten mit bauteilorientierten BIM-Modellen verknüpfen; die Datenart X89B ist als rechnungsbegründende Unterlage für den Anschluss an die E-Rechnung gedacht.
  • E-Rechnung: Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Ausstellen müssen sie Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz ab 2027, alle übrigen ab 2028. Das betrifft eure Honorarrechnungen genauso wie die Rechnungsprüfung in der Objektüberwachung.

Wo Standardsoftware eine Lücke lässt, bauen wir schlanke Zusatzanwendungen, etwa ein Portal für Bauherrenentscheidungen oder eine mobile Mängelerfassung als Web-App. Für die Präsentation von Varianten sind auch 3D-Konfiguratoren möglich, mit denen Bauherren Ausstattungen selbst durchspielen.

So startest du mit KI im Büro

Ein Architekturbüro braucht keinen Großrollout. Wir arbeiten in drei Etappen, und jede liefert ein eigenes Ergebnis, auf dessen Basis du weiterentscheidest.

  • 01

    Analyse an einem echten Projekt

    Wir sehen uns ein laufendes oder abgeschlossenes Projekt an: Ordnerstruktur, Planlauf, Protokolle, AVA-Export und Mailverkehr. Gemeinsam wählst du den Engpass, der pro Woche die meisten Stunden bindet, und wir halten eine Ausgangsmessung fest, zum Beispiel Stunden je Protokoll oder je Leistungsverzeichnis.

  • 02

    Pilot mit einer Projektleitung

    Der Assistent läuft mit echten, freigegebenen Daten bei einer Projektleitung. Wir messen gegen die Ausgangslage, sammeln Rückmeldungen aus dem Alltag und justieren Vorlagen, Textbausteine und Freigaberegeln, bis das Ergebnis ohne Nacharbeit nutzbar ist.

  • 03

    Rollout ins ganze Büro

    Erst wenn der Pilot trägt, folgen weitere Projekte, Rollen und Rechte, Schulung und Betrieb. Den allgemeinen Rahmen beschreibt unser Ratgeber KI im Mittelstand einführen.

Klare Verhältnisse

Vertraulichkeit, Hosting und Kosten

Planunterlagen, Bauherrendaten und Honorarangebote sind vertraulich. Wir betreiben Lösungen auf Servern in Deutschland, in einer europäischen Cloud oder bei dir im Haus. Welche Daten ein Sprachmodell sehen darf, legen wir vor dem Start fest; den Prüfrahmen findest du unter DSGVO-konforme KI. Mit Aipe entwickeln und betreiben wir außerdem ein eigenes KI-Betriebssystem, das Wissen, Rechte und Agenten an einem Ort bündelt.

Projekte bei Sailrs starten ab ca. 15.000 Euro. Was den Preis treibt, erklärt der Ratgeber Was kostet KI-Entwicklung?. Seit 2019 haben wir knapp 150 Projekte umgesetzt. Angrenzende Gewerke wie Bauunternehmen, Handwerk und Verwaltung findest du in der Übersicht Bau & Immobilien.

FAQ

Häufige Fragen zu KI im Architekturbüro

Kann KI im Architekturbüro Entwürfe erstellen?

Bildgenerierende Werkzeuge können Stimmungen und Varianten skizzieren, ersetzen aber keinen genehmigungsfähigen Entwurf. Den größten Nutzen sehen wir in der Verwaltung rund um den Entwurf: Protokolle, Planlisten, Leistungsverzeichnisse, Angebotsprüfung und Wissenssuche. Gestalterische und rechtliche Verantwortung bleiben beim Büro.

Funktioniert das mit Revit, Archicad oder Allplan?

Ja, solange sich Daten exportieren lassen. Wir arbeiten bevorzugt mit offenen Formaten wie IFC für Modelle und GAEB DA XML für Leistungsverzeichnisse, ergänzt um Dateiablagen, Projektplattformen und E-Mail. Ein Wechsel deiner CAD- oder AVA-Software ist nicht nötig.

Wie hängen HOAI-Leistungsphasen und KI zusammen?

Die HOAI regelt Leistungen und Honorare, nicht die Werkzeuge. KI kann Grundleistungen in mehreren Phasen beschleunigen, etwa die Vorbereitung der Vergabe in LP 6 oder die Dokumentation in LP 8. Wie Mehr- oder Minderaufwand vergütet wird, bleibt eine vertragliche Frage zwischen Büro und Bauherr.

Sind unsere Planunterlagen in einem KI-System sicher?

Vor dem Start legen wir fest, welche Daten verarbeitet werden, wo sie gespeichert sind und wer Zugriff hat. Betrieb auf Servern in Deutschland oder in deiner eigenen Infrastruktur ist möglich, und Projektdaten werden nicht zum Training öffentlicher Modelle verwendet.

Ab welcher Bürogröße lohnt sich KI?

Entscheidend ist nicht die Kopfzahl, sondern ein wiederkehrender Engpass. Schon ein Büro mit wenigen Projektleitungen, die jede Woche Protokolle schreiben oder Leistungsverzeichnisse erstellen, kann von einem fokussierten Assistenten profitieren. Projekte bei Sailrs beginnen ab etwa 15.000 Euro.

Was ändert die E-Rechnung für Architekturbüros?

Seit 2025 müssen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ausstellen müssen Büros mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz ab 2027, alle übrigen ab 2028. Das betrifft eigene Honorarrechnungen und die Prüfung von Rechnungen ausführender Firmen. Strukturierte Formate wie XRechnung erleichtern dabei auch eine automatische Vorprüfung.