KI im E-Commerce: von besseren Produktdaten bis zum Service-Agenten
Im Onlinehandel entscheidet die Qualität der Daten über fast alles: Ohne vollständige Attribute keine Filter, ohne gute Texte keine Sichtbarkeit, ohne korrekte Pflichtangaben Abmahnrisiko. Gleichzeitig wächst das Postfach im Kundenservice mit jeder Bestellung, und Retouren fressen Marge.
Sailrs ist eine KI- und Softwareagentur aus Stuttgart. Wir entwickeln für Onlinehändler und Hersteller mit eigenem Shop Lösungen, die Produktdaten anreichern, Kundenanfragen beantworten und Retourengründe auswertbar machen. KI im E-Commerce setzen wir dort ein, wo sie messbar Arbeit abnimmt, und angebunden an dein Shopsystem, dein PIM und deine Warenwirtschaft.
Branchen-KI-Check
Welche Aufgaben in deinem Betrieb sollte KI zuerst übernehmen? Finde es in fünf Klicks heraus.
Wie viele Menschen arbeiten in deinem Unternehmen?
Sechs Hebel für Onlinehändler
Von der Artikelanlage bis zur Retoure: So sehen typische Szenarien für Shopbetreiber aus.
Produktdaten anreichern
Lieferanten liefern Artikel mit lückenhaften Attributen und kurzen Herstellertexten. Die KI ergänzt Attribute aus Datenblättern und Bildern, normalisiert Größen, Farben und Materialien und entwirft Produkttexte im Stil deines Shops. Eine Redaktion gibt frei. Neue Artikel sind schneller online und besser filterbar.
Übersetzung und Marktplatz-Feeds
Für neue Länder oder Marktplätze braucht jeder Artikel angepasste Texte und Pflichtfelder. Die KI übersetzt mit freigegebenem Glossar, prüft marktplatzspezifische Anforderungen und markiert fehlende Angaben, bevor ein Feed abgelehnt wird.
Kundenservice-Agent
Ein großer Teil der Anfragen betrifft Bestellstatus, Lieferzeit, Rücksendung und Rechnung. Ein Agent beantwortet sie per Mail oder Chat mit Daten aus Shop, Warenwirtschaft und Versanddienstleister und übergibt Beschwerden oder Sonderfälle an dein Team, mit Zusammenfassung.
Retourengründe verstehen
Freitextgründe wie fällt klein aus oder Farbe anders als auf dem Bild landen selten in Auswertungen. Die KI ordnet sie Kategorien und Artikeln zu und zeigt, welche Produkte wegen Beschreibung, Bild oder Größenangabe zurückkommen. So kannst du die Ursache beheben statt nur die Retoure zu bearbeiten.
Semantische Produktsuche
Kunden suchen nach wasserdichte Jacke für Kinder statt nach Artikelnummern. Eine semantische Suche versteht die Absicht und findet passende Produkte, auch wenn die Begriffe nicht wörtlich im Text stehen.
Bewertungen und Fragen auswerten
Produktbewertungen und Kundenfragen enthalten Hinweise auf fehlende Informationen. Die KI fasst sie je Artikel zusammen und schlägt Ergänzungen für Beschreibung oder FAQ vor.
Warum Produktdaten der größte Hebel sind
Viele Shops starten mit dem Chatbot, weil er sichtbar ist. Wir empfehlen oft den umgekehrten Weg: zuerst die Produktdaten. Ein Service-Agent kann nur so gut antworten, wie die Daten über Material, Maße, Kompatibilität und Lieferzeit sind. Eine Suche findet nur, was beschrieben ist. Und Retouren wegen falscher Erwartungen entstehen meist durch unvollständige Beschreibungen.
Typischer Aufbau: Ein PIM wie Akeneo oder Pimcore oder die Artikelverwaltung des Shopsystems bleibt die Datenquelle. KI-Funktionen lesen Lieferantendaten, Datenblätter und Bilder, schlagen Werte vor und schreiben sie nach Freigabe zurück. Jede Änderung ist nachvollziehbar, und Pflichtfelder werden geprüft, bevor ein Artikel live geht.
Für Shopsysteme wie Shopware, Shopify oder Adobe Commerce gibt es dafür Schnittstellen. Wenn dein Shop selbst Teil des Problems ist, entwickeln wir auch Onlineshops neu oder migrieren sie.
Pflichtangaben und Barrierefreiheit: zwei Gründe für saubere Daten
Zwei Regelwerke machen gute Produktdaten zusätzlich zur Pflicht:
- Produktsicherheit (GPSR): Seit dem 13. Dezember 2024 verlangt die EU-Produktsicherheitsverordnung (Verordnung (EU) 2023/988) in Online-Angeboten unter anderem Angaben zum Hersteller, zur Identifikation des Produkts sowie Warn- und Sicherheitshinweise. Bei Tausenden Artikeln ist das ein Datenprojekt.
- Barrierefreiheit (BFSG): Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele Onlineshops, die sich an Verbraucher richten. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind für Dienstleistungen ausgenommen; reine B2B-Shops fallen nicht darunter.
KI kann fehlende GPSR-Angaben aufspüren und aus Lieferantenunterlagen vorbefüllen, Alternativtexte für Produktbilder entwerfen und Texte verständlicher formulieren. Die rechtliche Prüfung im Einzelfall gehört zu einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt. Wie wir Barrierefreiheit im Design umsetzen, steht auf unserer Seite Barrierefreiheit.
Ein Service-Agent ist nur so gut wie die Produktdaten, auf die er zugreift.
Woran du einen guten Service-Agenten erkennst
Ein Chat-Fenster auf der Website ist schnell eingebaut. Für einen Service-Agenten, der im Alltag wirklich entlastet, braucht es mehr:
- Echte Datenanbindung: Der Agent liest Bestellstatus, Sendungsnummer und Rücksendebedingungen live aus deinen Systemen, statt allgemeine Textbausteine zu liefern.
- Klare Grenzen: Er weiß, was er nicht entscheiden darf, etwa Kulanz, Preisnachlässe oder Reklamationen mit Schaden, und übergibt diese Fälle mit Zusammenfassung an dein Team.
- Quellen statt Erfindungen: Antworten zu Produkten stützen sich auf deine Produktdaten und Hilfeseiten. Findet der Agent nichts, sagt er das.
- Auswertung: Du siehst, welche Fragen häufig kommen und wo Antworten fehlen. Daraus entstehen Verbesserungen für Shop und Produktdaten.
So wird aus dem Chatbot ein Service, der Kunden zu besseren Antworten führt und dein Team spürbar entlastet. Mehr zur Technik auf unserer Seite KI-Chatbot.
Vorgehen für Shopbetreiber
Drei Phasen, nach jeder entscheidest du über den nächsten Schritt.
Kosten und Datenschutz
Kundendaten, Bestellungen und Zahlungsinformationen sind sensibel. Ein Service-Agent bekommt nur die Daten, die er für eine Antwort braucht, und Zahlungsdaten gehören grundsätzlich nicht in ein Sprachmodell. Speicherort, Modellwahl und Löschfristen legen wir vor dem Start fest; mehr dazu unter DSGVO-konforme KI.
Projekte bei Sailrs starten ab etwa 15.000 Euro. Eine Produktdaten-Anreicherung für ein Shopsystem mit Schnittstelle liegt eher am unteren Ende, ein Service-Agent mit Anbindung an Shop, Warenwirtschaft und Versand höher. Die laufenden Kosten für Modellnutzung skalieren mit dem Volumen und werden vorab abgeschätzt.
Du verkaufst überwiegend an Geschäftskunden? Dann lies auch unsere Seite zum Großhandel.
Häufige Fragen zu KI im Onlinehandel
Schreibt die KI meine Produkttexte komplett selbst?
Sie kann Entwürfe auf Basis von Datenblättern, Attributen und Bildern erstellen, im Stil deines Shops. Wir empfehlen eine Freigabe durch die Redaktion, zumindest am Anfang und bei sicherheitsrelevanten Angaben.
Welche Shopsysteme unterstützt ihr?
Gängige Systeme wie Shopware, Shopify oder Adobe Commerce bieten Schnittstellen, über die wir anbinden. Auch eigenentwickelte Shops und PIM-Systeme lassen sich integrieren, sofern eine API oder ein Datenexport existiert.
Kann ein Service-Agent auch Retouren anlegen?
Ja, wenn der Prozess klar geregelt ist und die Schnittstelle es zulässt. Wir legen fest, welche Aktionen der Agent selbst ausführen darf und wann er an einen Menschen übergibt, etwa bei Kulanzfragen oder Beschwerden.
Was verlangt die GPSR von Onlinehändlern?
Seit dem 13. Dezember 2024 müssen Online-Angebote unter anderem Angaben zum Hersteller, zur Produktidentifikation sowie Warn- und Sicherheitshinweise enthalten. KI kann helfen, fehlende Angaben zu finden und aus Lieferantenunterlagen vorzubefüllen. Die rechtliche Bewertung bleibt bei Fachleuten.
Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für meinen Shop?
Für viele Shops, die sich an Verbraucher richten, seit dem 28. Juni 2025. Kleinstunternehmen sind für Dienstleistungen ausgenommen, reine B2B-Shops fallen nicht darunter. Ob es für deinen Shop gilt, sollte im Einzelfall rechtlich geprüft werden.
Was kostet KI für einen Onlineshop?
Projekte bei Sailrs starten ab etwa 15.000 Euro. Dazu kommen laufende Kosten für Modellnutzung und Betrieb, die mit dem Volumen skalieren und vorab abgeschätzt werden.