KI im Krankenhaus: Dokumentation, Kommunikation und Wissen entlasten
Ein Krankenhaus ist ein Verbund aus Dutzenden Fachabteilungen, Funktionsbereichen und Verwaltungseinheiten, die rund um die Uhr Informationen austauschen. Stationsärztinnen schreiben Entlassbriefe nach dem Dienst, Pflegekräfte suchen die aktuelle Hygienerichtlinie im Intranet, das Patientenmanagement beantwortet dieselben Zuweiseranfragen am Telefon, und das Medizincontrolling stellt Unterlagen für Prüfungen zusammen.
Sailrs bringt KI im Krankenhaus dorthin, wo sie heute schon verantwortbar hilft: in die Verwaltung, die interne Kommunikation und das Wissensmanagement. Wir bauen keine Software, die Diagnosen stellt oder Therapien vorschlägt. Wir bauen Systeme, die Ärzteschaft, Pflege und Verwaltung Schreib-, Such- und Abstimmungsarbeit abnehmen und so den Alltag entlasten - angebunden an euer KIS, betrieben in Deutschland.
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Warum Kliniken mehr Software haben, aber nicht weniger Arbeit
Die meisten Häuser sind in den letzten Jahren digitaler geworden: Krankenhausinformationssystem (KIS), Patientendatenmanagement auf Intensivstationen, digitale Pflegedokumentation, Patientenportale. Trotzdem berichten Teams von mehr statt weniger Dokumentationsaufwand. Die Gründe sind selten technisch, sondern organisatorisch:
- Viele Systeme, wenig Verbindung: KIS, Laborsystem, Radiologie-Informationssystem, Dienstplanung, Materialwirtschaft und Intranet sprechen nur teilweise miteinander. Menschen übertragen Informationen von Hand.
- Wissen ist nicht auffindbar: Verfahrensanweisungen, Standards, Hygienepläne und Dienstanweisungen liegen in Dokumentenmanagement und Intranet - oft in mehreren Versionen.
- Schreibarbeit am Ende: Entlassbriefe, Arztbriefe an Zuweiser, Antworten an Kostenträger und den Medizinischen Dienst entstehen aus Informationen, die längst irgendwo dokumentiert sind.
- Fachkräftemangel: Jede Stunde, die eine Pflegekraft oder Ärztin mit Suchen und Abschreiben verbringt, fehlt am Patientenbett.
KI-Sprachmodelle sind genau darin stark: Informationen aus verschiedenen Quellen lesen, zusammenführen und als Entwurf aufbereiten. Entscheidend ist, sie so einzubetten, dass Verantwortung und Freigabe klar beim Fachpersonal bleiben.
Sechs Einsatzfelder für KI in Kliniken und Krankenhäusern
Alle Einsatzfelder folgen derselben Regel: Die KI erstellt Entwürfe, sucht, sortiert und fasst zusammen. Fachliche Bewertung, Freigabe und Unterschrift bleiben beim Menschen.
Entlassbrief-Entwürfe aus vorhandener Dokumentation
Ausgangslage: Entlassbriefe entstehen oft unter Zeitdruck und verzögern sich. Was das System tut: Es stellt aus bereits dokumentierten Einträgen im KIS einen strukturierten Entwurf nach eurer Vorlage zusammen - ohne neue medizinische Aussagen hinzuzufügen. Was sich ändert: Die Ärztin prüft, ergänzt und gibt frei, statt bei null anzufangen.
Wissensassistent für Standards und Verfahrensanweisungen
Ausgangslage: Pflege und Ärzteschaft suchen im Intranet nach der gültigen Version. Was das System tut: Ein RAG-System beantwortet Fragen ausschließlich aus euren freigegebenen Dokumenten und verlinkt die Quelle. Was sich ändert: Schnellere Antworten im Dienst, weniger Rückfragen, sichtbare Versionsstände.
Patienten- und Zuweisermanagement am Telefon
Ausgangslage: Zentrale und Sekretariate beantworten wiederkehrende Fragen zu Aufnahme, Sprechstunden und Unterlagen. Was das System tut: Ein KI-Telefonassistent beantwortet Standardfragen, nimmt Terminwünsche für elektive Aufnahmen auf und leitet alles andere gezielt weiter. Was sich ändert: Weniger Warteschleife, entlastete Sekretariate.
Posteingang und Zuweiserkorrespondenz
Ausgangslage: Vorbefunde, Einweisungen und Anfragen kommen über KIM, Mail, Fax und Portal. Was das System tut: Es klassifiziert Eingänge, ordnet sie Fall und Abteilung zu und erstellt eine Kurzfassung. Was sich ändert: Unterlagen liegen vor, wenn die Aufnahme beginnt.
Unterlagen für Kostenträger und Medizinischen Dienst
Ausgangslage: Anfragen zu Fallprüfungen binden Medizincontrolling und Ärzteschaft. Was das System tut: Es stellt die angeforderten Dokumente aus dem Fall zusammen und bereitet ein Antwortschreiben vor. Was sich ändert: Kodierfachkräfte und Medizincontrolling arbeiten mit vollständigen Akten statt mit Suchaufträgen.
Patienteninformation in verständlicher Sprache
Ausgangslage: Vorbereitungs- und Aufklärungsunterlagen sind oft schwer verständlich oder nur auf Deutsch verfügbar. Was das System tut: Es erstellt aus freigegebenen Vorlagen Fassungen in einfacher Sprache und weiteren Sprachen zur Prüfung. Was sich ändert: Patientinnen und Angehörige kommen besser vorbereitet, Stationen beantworten weniger Rückfragen.
KHZG, ePA und IT-Sicherheit: der regulatorische Kurs
Kliniken bewegen sich in einem dichten Rahmen. Für KI-Projekte sind vor allem diese Punkte relevant:
- Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG): Bund und Länder beziehungsweise Träger haben gemeinsam bis zu 4,3 Milliarden Euro für die Digitalisierung der Krankenhäuser bereitgestellt. Gefördert wurden unter anderem Patientenportale, die elektronische Pflege- und Behandlungsdokumentation, digitales Medikationsmanagement, IT-Sicherheit und telemedizinische Netzwerke. Viele Häuser haben damit Systeme eingeführt, die jetzt im Alltag Nutzen stiften sollen - KI kann darauf aufsetzen, statt sie zu ersetzen.
- Elektronische Patientenakte: Seit dem 1. Oktober 2025 sind auch Krankenhäuser zur Nutzung der ePA verpflichtet; Entlassbriefe gehören zu den Inhalten, die eingestellt werden.
- IT-Sicherheit: Krankenhäuser müssen nach § 391 SGB V angemessene organisatorische und technische Vorkehrungen nach dem Stand der Technik treffen, einschließlich Maßnahmen zur Security-Awareness der Beschäftigten. Mit dem NIS2-Umsetzungsgesetz, das am 6. Dezember 2025 in Kraft getreten ist, sind die Anforderungen an Risikomanagement und Meldewege weiter gestiegen.
- EU AI Act: KI-Systeme, die selbst Medizinprodukt oder Teil eines Medizinprodukts sind, gelten als Hochrisiko-Systeme. Verwaltungs- und Wissenswerkzeuge ohne medizinische Zweckbestimmung fallen nicht darunter, müssen aber transparent als KI erkennbar sein.
Wir planen jede Lösung so, dass sie in dein Informationssicherheits-Managementsystem passt: dokumentierte Datenflüsse, Rollen- und Rechtekonzept, Protokollierung, Betrieb in Deutschland.
Die wertvollste Information im Krankenhaus ist die, die zur richtigen Zeit beim richtigen Menschen ankommt.
Leitplanken für KI im klinischen Umfeld
Krankenhäuser verarbeiten Gesundheitsdaten in großem Umfang und gehören zur kritischen Versorgung. Deshalb gelten in unseren Klinikprojekten feste Leitplanken. Den ausführlichen Rahmen beschreiben wir unter DSGVO-konforme KI.
Datenschutz nach Art. 9 DSGVO und Landesrecht
Hosting in Deutschland oder bei euch
Klare Zweckbestimmung, kein Medizinprodukt
Mensch in der Verantwortung
Vorgehen: vom Use-Case-Workshop zum Klinikbetrieb
Kliniken entscheiden in Gremien, nicht über Nacht. Unser Vorgehen liefert die Unterlagen, die Betriebsrat, Datenschutz und Geschäftsführung brauchen.
Aipe als KI-Plattform für das ganze Haus
Statt für jede Abteilung ein eigenes KI-Tool einzukaufen, setzen größere Häuser zunehmend auf eine gemeinsame Plattform. Aipe, unser DSGVO-konformes KI-Betriebssystem, verbindet Systeme wie KIS und Dokumentenmanagement, baut einen gemeinsamen Wissensgraphen auf und steuert KI-Agenten mit granularen, rollenbasierten Zugriffsrechten. Aipe ist modellunabhängig und kann auch in eurer eigenen Infrastruktur betrieben werden.
Für Häuser mit angeschlossenen ambulanten Strukturen lohnt der Blick auf unsere Seite zu Medizinischen Versorgungszentren; für Fragen zur Förderung neuer Vorhaben hilft die Übersicht zu Fördermitteln. Alle Bereiche findest du unter Digitalisierung im Gesundheitswesen.
Sailrs ist eine KI- und Softwareagentur aus Stuttgart, gegründet 2019. Größere KI-Plattformprojekte bewegen sich bei uns ab etwa 100.000 Euro, fokussierte Einstiegsprojekte ab etwa 15.000 Euro.
Häufige Fragen zu KI im Krankenhaus
Wo ist KI im Krankenhaus heute schon sinnvoll einsetzbar?
Vor allem in Verwaltung, Kommunikation und Wissensmanagement: Entwürfe für Entlassbriefe aus vorhandener Dokumentation, ein Wissensassistent für Standards und Verfahrensanweisungen, Telefonassistenz im Patientenmanagement, Posteingangssortierung und die Zusammenstellung von Unterlagen für Kostenträger.
Ist eine KI für Entlassbriefe ein Medizinprodukt?
Das hängt von der Zweckbestimmung ab. Ein Werkzeug, das ausschließlich bereits dokumentierte Informationen nach Vorlage zusammenstellt und von der Ärztin geprüft wird, ist ein Schreibwerkzeug. Software, die eigenständig Diagnosen oder Therapieempfehlungen ableitet, kann unter die MDR fallen. Wir bauen bewusst nur Ersteres.
Lässt sich die KI an unser KIS anbinden?
In der Regel ja. Je nach System nutzen wir HL7- oder FHIR-Schnittstellen, Kommunikationsserver oder Exportwege. Die konkrete Integrationsstrategie legen wir in der Analysephase gemeinsam mit eurer IT fest.
Wie wird der Datenschutz im Krankenhaus gewährleistet?
Durch Hosting in Deutschland oder in eurer Infrastruktur, ein Rollen- und Rechtekonzept, Protokollierung, Auftragsverarbeitungsvertrag und eine frühe Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten, inklusive Datenschutz-Folgenabschätzung.
Können KHZG-geförderte Systeme mit KI erweitert werden?
Ja, das ist oft der sinnvollste Weg. Vorhandene Patientenportale, Dokumentationssysteme und Dokumentenmanagement liefern die Daten, auf denen KI-Assistenten aufsetzen. Ob für neue Vorhaben Fördermittel infrage kommen, prüfen wir im Einzelfall.
Wie lange dauert ein KI-Pilot in einer Klinik?
Das hängt vor allem von Gremienwegen und Schnittstellen ab. Wir planen den Pilot so klein, dass er im laufenden Betrieb getestet werden kann, und so konkret, dass danach eine fundierte Entscheidung möglich ist.