Zeichnung rein, Angebot raus

KI in der Metallverarbeitung: Schneller kalkulieren, sauber dokumentieren

Lohnfertiger und Zulieferer in der Metallverarbeitung leben von Geschwindigkeit und Präzision. Wer zuerst ein belastbares Angebot schickt, bekommt oft den Auftrag. Gleichzeitig wachsen die Nachweispflichten: Werkstoffzeugnisse, Schweißdokumentation, Prüfberichte und Reklamationsantworten. Beides landet bei denselben wenigen Leuten in Kalkulation, Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung.

KI in der Metallverarbeitung setzt an diesen Schreibtischen an, nicht an der Maschine. Wir sind Sailrs, eine KI- und Softwareagentur aus Stuttgart, und entwickeln seit 2019 Assistenzsysteme, Automatisierungen und individuelle Software für den Mittelstand. Hier liest du, wo KI in Blechbearbeitung, Zerspanung und Stahlbau heute konkret hilft und welche Pflichten du dabei im Blick behalten musst.

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Branchen-KI-Check

Welche Aufgaben in deinem Betrieb sollte KI zuerst übernehmen? Finde es in fünf Klicks heraus.

Schritt 1 von 3

Wie viele Menschen arbeiten in deinem Unternehmen?

Die Kette von der Zeichnung bis zur Auslieferung

Ein typischer Auftrag in einem Lohnfertigungsbetrieb läuft so: Eine Anfrage kommt per Mail, mit PDF-Zeichnung, manchmal mit STEP-Datei, oft mit knappen Angaben zu Stückzahl und Termin. Die Kalkulation liest Werkstoff, Abmessungen, Toleranzen, Oberflächen und Wärmebehandlung heraus, schätzt Laser-, Kant-, Fräs- oder Schweißzeiten und fragt beim Einkauf Materialpreise an. Wird der Auftrag erteilt, entstehen Arbeitspläne, CAM-Programme und Prüfpläne. Im Wareneingang müssen Werkstoffzeugnisse geprüft und zugeordnet werden, am Ende gehen Teile mit Prüfbericht und Zeugnissen an den Kunden.

Bei fast jedem Schritt wird Information aus einem Dokument gelesen und in ein anderes System übertragen. Das ist fehleranfällig, langsam und hängt an erfahrenen Mitarbeitenden. Genau diese Übertragungsarbeit kann KI übernehmen oder zumindest so vorbereiten, dass Menschen nur noch prüfen und entscheiden. Der Fachkräftemangel macht das dringender: Wer heute eine gute Kalkulatorin verliert, verliert jahrelanges Erfahrungswissen über Rüstzeiten und Fertigungswege. Unser Ziel in solchen Projekten ist deshalb schlicht: schneller kalkulieren, sauber dokumentieren und die QS von Routinearbeit befreien, ohne dass Wissen an einzelnen Personen hängt.

Konkrete Einsatzfelder

Wo KI in der Metallverarbeitung Zeit spart

Vier Anwendungsfälle, die sich in mittelständischen Betrieben bewährt haben, jeweils mit Ausgangslage, Systemleistung und Veränderung im Alltag.

Zeichnungen lesen und Kalkulation vorbereiten

Ausgangslage: Jede Anfrage wird von Hand gelesen, Merkmale werden abgetippt. Das System extrahiert aus Zeichnung und Mail Werkstoff, Maße, Toleranzen, Oberflächenangaben und Stückzahl, sucht ähnliche Teile aus früheren Aufträgen und deren Nachkalkulation und legt einen Kalkulationsentwurf an. Die Kalkulation prüft Annahmen statt Daten zu erfassen und kann mehr Anfragen bearbeiten.

Werkstoffzeugnisse prüfen und zuordnen

Ausgangslage: Zeugnisse nach DIN EN 10204 kommen als PDF in allen möglichen Layouts. Das System liest Werkstoff, Schmelze, Abmessung und chemische sowie mechanische Kennwerte, vergleicht sie mit Bestellung und Norm und ordnet das Zeugnis dem Auftrag oder Bauteil zu. Abweichungen gehen an die Qualitätssicherung, bevor Material in die Fertigung geht.

Reklamationen und 8D-Berichte

Ausgangslage: Eine Kundenreklamation muss schnell beantwortet werden, die Fakten liegen in Prüfprotokollen, Fertigungsrückmeldungen und alten 8D-Berichten. Ein Assistent sammelt die relevanten Daten, findet ähnliche Fälle und entwirft die ersten Disziplinen des Berichts. Das Qualitätsteam ergänzt Ursachenanalyse und Maßnahmen.

Fertigungswissen für Arbeitsvorbereitung und Werker

Ausgangslage: Wie ein schwieriges Teil gespannt oder in welcher Reihenfolge gekantet wird, weiß oft nur ein Kollege. Ein RAG-System macht freigegebene Arbeitsanweisungen, Rüstblätter und Notizen aus früheren Aufträgen durchsuchbar, auf Wunsch per Tablet an der Maschine und mit Quellenangabe.

Nachweise: EN 1090, Zeugnisse und CBAM

Im Stahl- und Aluminiumbau regelt die DIN EN 1090 die Ausführung tragender Bauteile und verlangt eine werkseigene Produktionskontrolle. Die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit hängen von der Ausführungsklasse ab: In EXC2 müssen Werkstoffzeugnisse auftragsbezogen archiviert werden, in EXC3 und EXC4 bauteilbezogen. Zeugnistypen wie das Werkszeugnis 2.2 oder das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach DIN EN 10204 unterscheiden sich in Prüftiefe und Aussteller. Ein KI-gestütztes Zeugnismanagement prüft eingehende Dokumente gegen diese Vorgaben und hält die Zuordnung revisionssicher fest.

Für Betriebe, die Stahl, Aluminium oder daraus gefertigte Waren aus Nicht-EU-Ländern importieren, gilt seit dem 1. Januar 2026 die endgültige Phase des CO2-Grenzausgleichs CBAM. Wer oberhalb der Schwelle von 50 Tonnen pro Jahr importiert, braucht den Status als zugelassener CBAM-Anmelder und muss die eingebetteten Emissionen erfassen. Das bedeutet zusätzliche Datenabfragen bei Lieferanten. Auch hier hilft ein System, das Lieferantendokumente liest, fehlende Angaben markiert und Nachfragen vorbereitet. Ob und in welchem Umfang du betroffen bist, klärst du mit Zoll- und Steuerberatung.

Zum EU AI Act: Assistenten für Kalkulation, Zeugnisprüfung oder Reklamationen gelten in der Regel nicht als Hochrisiko-KI. Pflicht ist aber, Maßnahmen zur KI-Kompetenz der Mitarbeitenden zu ergreifen, etwa durch Schulung und klare Nutzungsregeln.

Bevor es losgeht

Was du für einen guten Start brauchst

Du musst keine perfekte Datenbasis haben. Diese vier Dinge machen den Unterschied zwischen einem Pilot, der trägt, und einem, der versandet.

Daten

Nachkalkulation, die stimmt

Zugang

Exporte oder Schnittstellen

Team

Eine Person mit Zeit

Ziel

Eine messbare Zielgröße

Vorgehen mit Sailrs und Verbesserung auf dem Shopfloor

Wir arbeiten in drei Schritten. In der Analyse nehmen wir einen Ablauf auf, etwa Anfrage bis Angebot, und prüfen Datenquellen, Formate und Rechte. Im Pilot testet ein kleines Team mit echten Anfragen oder Zeugnissen, jede Übernahme ins ERP braucht eine Freigabe. Im Rollout erweitern wir auf weitere Teilefamilien, Kunden und Standorte und übernehmen auf Wunsch den Betrieb in Deutschland, auf unserer Infrastruktur, in europäischer Cloud oder On-Premise. Häufig nutzen wir dafür Aipe, unser eigenes KI-Betriebssystem.

Neben Angebot und Qualität geht es in vielen Betrieben um kontinuierliche Verbesserung: Rüstzeiten senken, Ausschuss reduzieren, Maßnahmen nachhalten. Dafür haben wir mit BeLean eine eigene Plattform für Lean Management und Operational Excellence entwickelt, die Verbesserungsinitiativen, Verantwortlichkeiten und Ergebnisse über Teams und Standorte hinweg sichtbar macht. Ob BeLean zu deinem Betrieb passt, besprechen wir offen. Es ist ein Werkzeug, kein Pflichtbestandteil eines KI-Projekts.

FAQ

Häufige Fragen zur KI in der Metallverarbeitung

Kann KI technische Zeichnungen wirklich lesen?

Moderne Modelle können aus PDF-Zeichnungen und Mails Werkstoff, Maße, Toleranzen und Oberflächenangaben zuverlässig herauslesen, wenn die Zeichnungen lesbar sind. Bei komplexer Geometrie bleibt die Bewertung durch erfahrene Kalkulatoren nötig. Das System bereitet vor, der Mensch entscheidet.

Ersetzt KI unsere Kalkulation?

Nein. Sie nimmt der Kalkulation das Abtippen und Suchen ab und schlägt Werte aus vergleichbaren Aufträgen vor. Preisentscheidung und Verantwortung bleiben bei deinem Team.

Wie hilft KI bei Werkstoffzeugnissen nach DIN EN 10204?

Das System liest Zeugnisse unterschiedlicher Lieferanten, vergleicht Werkstoff, Schmelze und Kennwerte mit der Bestellung und ordnet sie Auftrag oder Bauteil zu. Abweichungen werden markiert, bevor das Material verbaut wird. Das unterstützt die Rückverfolgbarkeit nach DIN EN 1090.

Betrifft uns CBAM?

CBAM betrifft Importe von Eisen, Stahl, Aluminium und bestimmten daraus hergestellten Waren aus Nicht-EU-Ländern. Seit 2026 gilt die endgültige Phase mit einer Schwelle von 50 Tonnen pro Jahr. Ob du betroffen bist, hängt von deinen Importen ab und sollte mit Zoll- oder Steuerberatung geklärt werden.

Müssen unsere Daten perfekt sein?

Nein. Wichtig sind halbwegs verlässliche Rückmeldungen aus der Fertigung und ein Zugang zu ERP-Daten per Export oder Schnittstelle. Lücken planen wir in der Analyse ein.

Was kostet ein KI-Projekt für einen Lohnfertiger?

Fokussierte Projekte starten bei uns ab etwa 15.000 Euro, größere Vorhaben mit mehreren Integrationen bei 100.000 Euro und mehr. Den passenden Rahmen grenzen wir nach der Analyse ein.

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